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Bühnenoptik

Das 4. Gebot

 

Was Dein ist, soll auch mein sein, spricht die Kabelkiste

(Bühnenoptik – einfach gut)

Feiern in Schaumburg

Die neuerstandene Anlage mit aktiver Frequenzweiche und 2 Endstufen, das elektronische Schlagzeug und ein Sequenzerlaufwerk, das den Gesangsharmonizer steuert, all das stellte seinerzeit für mich den Inbegriff der Leistungsfähigkeit der modernen Tanzmusik dar, für die es minderwertige Güter wie Familie, Heim oder Geschlechtstrieb zu opfern lohnte.
Sich zu den Expanderracks schlängelnde, von den Geräterückseiten und dem Mischpult herunterhängende Instrumenten- und Midikabel und sorgsam über die Boxen drapierte Lautsprecherstrippen bedeuteten den erstaunten Gästen: Sehet herauf zu mir und staunet, welch’ gewaltigen technischen Aufwand ich betreibe, um Euch den Schneewalzer zu spielen; kniet nieder und preiset den Herrn Musiker!
Die wollten aber gar nicht lobpreisen, weil sie

die krasse Diskrepanz zwischen der chaotisch aufgebauten und sperrmüllartigen Charme verbreitenden Anlage einerseits und dem noblen Ambiente des Saals andererseits nicht akzeptieren mochten,

die Frage: Spielen die überhaupt noch live? nicht zu unseren Gunsten beantworteten.
So begannen meine Heimwerkerkarierre und die Schneiderexistenz meiner holden Gattin: aus Hartschaumplatten gebaute Sichtblenden, auf denen man gut das Bandlogo unterbringen konnte, ein Vorhang für den Hintergrund der Bühne, der das Stilleben mit Gurke verdeckt, der Einbau von Steckdosenleisten in die Racks, das Zusammenfassen von einzelnen Kabeln zu Kabelbäumen usw.
Bereits vor dem Aufbau erscheint vor meinem geistigen Auge ein Plan, an welchem Platz Boxen- und Lichtstative, wo der Verstärkerturm und wo die Instrumente hinterher stehen  werden. So kann vermieden werden, daß sich Geräte- und Stromkabel kreuzen, jetzt kann ein symmetrisches Aufbauen der Lautsprecher und der Beleuchtung realisiert werden. Der spiegelgleiche Aufbau ist nicht nur für die Erzeugung des Stereobildes und für eine gleichmäßige Ausleuchtung von Wichtigkeit, sondern er erfreut auch das Auge des Betrachters.

Das Racks nicht auf leere, umgedrehte Bierkästen oder auf Wirtshausstühle gehören, versteht sich von selbst. Zerfledderte, mit Noten oder gar Geräten bestückte Kartons eignen sich weder für den Transport noch für die Bühnenoptik. Hier lohnt es sich allemal, etwas Geld für geeignete Behältnisse zu investieren. Das gleiche gilt auch für eine vernünftige Beleuchtungsanlage mit Halogenstrahlern, die richtig eingesetzt für eine professionelle Atmosphäre und eine optimale Präsentation sorgt.
Das Erscheinungsbild einer Band oder eines Alleinunterhalters kann genau so wichtig sein, wie das passende Repertoire und der gut abgestimmte Gesamtsound der Anlage.
Ihr Publikum befindet sich nicht auf einer Raver-Session, während der man die Grenzen des Wohlgeschmacks verachtend ein wenig Böses tun will, sondern es will – festlich gekleidet – unterhalten werden und einen schönen Abend genießen.


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