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Telefonverhalten

Das 5. Gebot

 

“Mein ist die Rache, spricht der Anrufer, wenn du nicht anständig mit mir telefonierst!”

(Wie Sie durch optimiertes Telefonverhalten Ihr Auftragsbuch füllen)

Da sitzt man gerade mit den Noten kämpfend vor dem neuerworbenen Keyboard, während die gesamte nach Weihwasser duftende Familie um einen herum in vorweihnachtlicher Stimmung altertümlichen Hirtenquatsch absondert, als sich wiedermal störend das Telefon meldet. Nachdem ich genervt ans Telefon gespurtet bin und meinen Namen in die Muschel gehechelt habe, kommt die Frage, ob wir Sylvester noch frei seien. „In 2 oder 3 Jahren?“ frage ich süffisant lächelnd. Das Krachen in der Leitung zeugt von einem nicht gerade sanft aufgelegten Hörer.
Natürlich sind Ihnen als aufmerksamen Leser die gravierenden Fehler bei der Gesprächsannahme sofort aufgefallen.
Wenn Sie ein Telefonat führen, nennen Sie deutlich Ihren Vor- und Zunamen, weil der Anrufer erst einen Moment benötigt, um sich auf Ihre Stimme einzustellen. So versteht er zumindest Ihren Nachnamen und weiß, daß er richtig verbunden ist. Zuvor haben Sie sich mental auf das Gespräch eingestellt. Sie sind ruhig und konzentriert und haben vorsorglich Notizblock und Stift bereitgelegt. Oder Sie benutzen unsere Checkliste am Ende des Kapitels (die dürfen Sie gern kopieren!).

Rechnen im Schaumburger Land

Da Sie ein höflicher Mensch sind, reden Sie Ihren Gesprächspartner einige Male mit seinem Namen an, lassen ihn ausreden und bleiben freundlich, auch wenn es die fünfte Anfrage für den fraglichen Termin ist. Da Sie bereits die 7-Sekundenregel kennen (die selbstredend auch am Telefon ihre Gültigkeit hat), lächeln Sie!
Sie halten das für einen Scherz? Nein, der Ratschlag war ernstgemeint. Das Lächeln verleiht Ihrer Stimme eine sympathische Klangfärbung, es ist hörbar. Da Ihr Anrufer Sie nicht sehen kann, bildet er sich sehr schnell und allein aufgrund akustischer Signale sein Urteil über Sie. Die einmal über Sie gefaßte Meinung wird über Erfolg oder Mißerfolg des Gesprächs entscheiden.
Zwei immer wiederkehrende Fragen sind die nach der Gage und „… machen Sie Spiele?“
Böse Falle. Es gibt immer Bands, die billiger sind als Sie und bei sogenannten `Spielen´ kann der Fragesteller schon persönlich hereingefallen oder gelangweilt worden sein.
Die Antwort auf Frage Nr. 1 entgehen Sie, indem Sie anbieten, zunächst ein Demo zu schicken, auf Referenzen verweisen oder Ihren nächsten Auftrittstermin nennen, damit sich der Interessent höchstselbst von Ihren Qualitäten überzeugen kann. Die Höhe der Gage kann dann in aller Ruhe geklärt werden.
Sollte Ihr Interessent jedoch weiterhin auf eine exakte Angabe drängen, werden Sie konkret. Sie verlieren ansonsten diesen Auftrag mit Sicherheit, weil hinter Ihrer Aussageunwilligkeit überhöhte Preisvorstellungen vermutet werden.
Bevor Sie auf die `Spielefrage´antworten, klären Sie durch geschicktes Nachfragen die Erwartungshaltung Ihres Gesprächspartners ab:
Hat er als Hauptdarsteller erst neulich den Vollstrecker erlebt (Sie wissen schon – ein mit Wasser oder ähnlichem gefüllter Eimer – bei falscher Antwort: Vollzug über dem Kopf des armen Opfers) oder eine müde Band, die ihr Musikprogramm abgespult hat, ohne an eine Spielunterbrechung überhaupt zu denken?
Erst nachdem Sie die persönlichen Erfahrungen Ihres möglichen Auftraggebers erfragt haben, kennen Sie richtige Antwort.
Am Ende des Gesprächs wird eine (für Sie erfreuliche) Vorentscheidung gefallen sein, die Sie sofort positiv verstärken, indem Sie die wichtigsten Gesprächsmomente kurz zusammenfassen und betonen, daß Sie Ihr Bestes geben werden, um seine Feier zu einem großen Erfolg werden zu lassen. So vermeiden Sie, daß Ihr Auftraggeber seine Entscheidung für Sie nachträglich bereut und Ihnen den Zuschlag wieder entzieht.

 


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