browser icon
You are using an insecure version of your web browser. Please update your browser!
Using an outdated browser makes your computer unsafe. For a safer, faster, more enjoyable user experience, please update your browser today or try a newer browser.

Tutorial GM-Songs

Das 7. Gebot

 

“Du sollst Deine Midifiles gefälligst selbst arrangieren! “

(Wie Sie GM-Songs selbst bearbeiten können)

 

Schon wieder so ein Samstagmorgen.
Gott sei dank regnet es Bindfäden. Der Rasen kann warten und Autowaschen erledigt sich von selbst.
Schnell noch die Anlage ins Auto wuchten.
Hilfe ist mal wieder nicht in Sicht, Sohnemann hat’s im Kreuz und die bessere Hälfte ist einkaufen. Geschafft. Die Dusche wartet schon. Raus aus den triefnassen Klamotten …
Telefon.
Ja, natürlich spielen wir heute abend „Out of the Dark“, wenn´s denn für die Brautmutter den Inbegriff einer gelungenen Feier bedeutet …
Die Dusche muß weiter warten. Rein ins Auto und ab zu Disketten-Rudi. Der hat das Ding als Midifile, dem Herrn sei´s gelobt, getrommelt und gepfiffen.
Wieder zu Hause angekommen, eröffnet uns der Atari, das weder Tempo noch Tonart stimmen. Der Rhythmus hört sich nach Maschine an und das ganze Lied besteht aus einer einzigen Spur.
Von den beiden sich ergebenden Alternativen verwerfen wir sofort die erste, die da heißt: Augen zu und durch. Irgendwie wird’s bei der Feier schon klappen.

Hier kommt die Alternative Nr. 2:

Sie bearbeiten mit Hilfe eines Softwaresequenzers wie z. B. Cubase einen GM Song (Ich gehe davon aus, daß Sie die grundlegenden Funktionen Ihres PCs und Sequenzerprogramms kennen).

Entmischen.

Die meisten Midifiles werden im Format 0 ausgeliefert. Um damit arbeiten zu können, müssen Sie sie in das Format 1 konvertieren, damit pro Instrument bzw. Kanal eine Spur vorhanden ist.
Markieren Sie die einzelne Spur und wählen Sie im Menü „Struktur“ Entmischen (Atari: Remix).Ihr Programm erzeugt jetzt die einzelnen Spuren, diese können Sie z. B.

Transponieren

Markieren Sie die Spuren, die Sie transponieren wollen.
Das sind in der Regel alle bis auf die Schlagzeugspur (Kanal 10). Auf der linken Seite des Bildschirms (Inspector) finden Sie ein Feld mit dem Eintrag Transponieren oder Transpose. Hier können Sie die Spur in Halbtonschritten herauf oder herunter transponieren. War die Originaltonart z. B.  C-Dur und Sie drücken + 2, erhalten Sie D-Dur usw.
Beachten Sie bitte, daß sich Midifiles zwar beliebig transponieren lassen, allerdings klingen die Stimmen bei zu großen Schritten nicht mehr.

Schaumburger Ast

3. Spuren löschen oder Solo schalten.
Wenn Sie z. B. die Melodiespur löschen wollen, markieren Sie sie und drücken die Entferne-Taste.
Die Melodiespur befindet sich häufig auf  Kanal 4. Wenn Sie sie dort nicht finden sollten, können Sie jede Spur einzeln abhören. Hierzu klicken Sie auf Solo links oben im Arrangefenster und starten den Song. Es gibt aber noch eine wesentlich bessere Möglichkeit, die Stimme, die einer Spur zugeordnet ist, zu erkennen oder zu ändern:

Stimmen, Lautstärke und andere Einstellungen ändern.

Sie markieren eine Spur und wählen im Menü Bearbeiten den Editor „Liste“. Die Spur öffnet sich und Sie sehen einige Einträge, wie z. B. 34  ProgChange, was bedeutet, daß dieser Spur die Stimme Nr. 34 zugeordnet ist. Es handelt sich dabei um einen E-Bass.
Ändern Sie jetzt die Nummer von 34 auf 33, und Sie hören einen akustischen Bass, die Nummer 1 ist ein Piano usw.
Insgesamt gibt es 128 verschiedene Stimmen. Welche Stimme zu welcher Nummer gehört, können Sie im Handbuch Ihres GM-Klangerzeugers nachlesen.

Ein weiterer wichtiger Eintrag ist dieser:
Wert 1: 7, Wert 2: 100, Mainvolume. Die Lautstärke dieser Spur hat den Wert 100 (auf einer Skala von 0 bis 127, die Maximallautstärke entspricht dem Wert 127).
Die Ziffer 7 also regelt die Lautstärke, die 10 das Panorama, die Nummern 91 und 93 steuern Hall- bzw. Chorusanteil der Spur. Die Ziffern 7, 10, 91, 93 usw. werden als Controller bezeichnet.
Neben den schon erklärten Controllern haben die folgenden noch eine erhebliche Bedeutung für die Klangmanipulation:
Nr. 1 – Modulation  (Tonhöhenschwankungen) und Nr. 11 – Expression (ähnlich der Nr. 7, Lautstärke). Bei einigen Klangerzeugern, die nicht nur den GM-Standard sondern auch das erweiterte XG-Format beherrschen, können Sie z. B.  mit dem Controller Nr. 74 die Klängfärbung (hell/dunkel) eines Instruments verändern.
Viele neuere Klangerzeuger können nicht nur die 128 GM Stimmen erzeugen, sondern haben noch eine oder mehrere Bänke mit weiteren Stimmen.
Diese wählen Sie mit den Controllern 0 und 32 an.
Setzen Sie z. B. bei dem Keyboard Yamaha W 7 den Controller 0 auf den Wert 1 und den Controller 32 auf den Wert 0. Das Gerät schaltet auf eine Presetbank, aus der Sie nun Stimmen auswählen können.
Leider haben sich die verschiedenen Hersteller nicht auf ein generelles Verfahren geeinigt. Mit der Einstellung 0 – 0, 32 – 0 rufen Sie bei der W 7 die GM-Bank auf, bei dem Korg 05R/W allerdings eine Presetbank, die natürlich mit der GM-Bank nicht identisch ist. Hier hilft nur ausprobieren oder das Handbuch studieren.
Sie konnten bis hierher folgen und haben, während Sie Ihren Rechner traktierten, die Contenance nicht verloren?
Gut, dann sind Sie fit für noch ein paar Anregungen.

Schaumburger Trachtentruppe

Tempoänderungen 

Eine der leichteren Übungen ist die Tempoänderung. Sie rufen einfach unter dem Menü Bearbeiten die Masterspur auf und stellen das gewünschte Tempo ein.

Songteile entfernen oder anfügen

Häufig befindet sich am Songanfang ein ellenlanges Intro, das entfernt werden soll. Schließlich möchte man abends die Paare nicht unschlüssig auf der Tanzfläche herumstehen sehen.
Drücken Sie die rechte Maustaste, wählen Sie die Schere und schneiden Sie überflüssige Songteile heraus. Mit dem Radiergummi oder der Entfernetaste können sie gelöscht werden. In die nun entstandene Lücke ziehen sie die übrigen Songteile. Beachten Sie bitte unbedingt, daß die ersten beiden Takte nicht gelöscht werden dürfen, da sich hierin Programmzuweisungen und Controller befinden.
Wenn Ihnen ein Stück zu kurz erscheint, können Sie z. B. den Refrain herausschneiden, markieren und mit der Maus an den Schluß des Songs ziehen. Abschließend kleben Sie alles zusammen (rechte Maustaste).

Songteile erneuern

Oft hört sich z. B. das Schlagzeug nicht authentisch an. Die beste Möglichkeit, dies zu ändern, ist eine Schlagzeugspur manuell in den Sequenzer zu spielen. Sie benötigen dazu lediglich ein Midikabel, das Ihr Keyboard mit dem Computer verbindet. Erzeugen Sie durch einen Doppelklick mit der Maus zwischen die beiden Marker auf Kanal 10 eine neue Spur. Probieren Sie auf Ihrem Keyboard die Lage der Schlagzeuginstrumente aus (C 1 ist eine Basedrum zugeordnet, D 1 eine Snare, Fis 1 eine Hihat, darüber liegen die Toms usw.). Drücken Sie den roten Aufnahmeknopf und spielen Sie zunächst die Basedrum, dann die Snare usw. Wenn Sie ca. 4 Takte bespielt haben, brauchen Sie die Spur nur noch zu kopieren (Alt-Taste drücken und den Part mit der Maus nach rechts ziehen). Sie können jetzt im Menü Bearbeiten (Piano-Rolle, Keyeditor, Drumeditor) mit der Maus Noten dazumalen, Noten löschen, Breaks einbauen usw.
Was sich bei den Drums relativ einfach gestaltet, ist bei akustischen oder elektrischen Gitarren wesentlich aufwendiger. In der Realität hat bei diesem Instrument jeder gezupfte Ton oder Akkordanschlag eine andere Färbung und Dynamik.
Abhilfe schaffen hier live eingespielte Licks, die z. B. Pitch-Bendings (gezogene Gitarrentöne) enthalten und von verschiedenen Herstellern relativ preisgünstig angeboten werden.

8. Den Song speichern 
Wenn Sie nun der Meinung sind, daß der Song Ihren Wünschen und Bedürfnissen entspricht, sollten Sie ihn vor dem abspeichern wieder in das Format 0 bringen. Dazu markieren Sie alle Spuren und rufen unter Struktur „Zusammenmischen“ auf. Das Ergebnis ist eine neue Spur, den Kanal setzen Sie bitte auf alle. Die alten Spuren könne Sie jetzt löschen. Als letztes rufen Sie Datei auf und wählen MIDI Datei exportieren. Natürlich vergessen Sie nicht, dem Kind noch einen Namen zu geben.
Und schon begeben Sie sich, bewaffnet mit eilig eingesammelten Fragmenten des Mittagessens (die verleihen Durchhaltevermögen) zurück in Ihre Grübelstube und bringen sich Ihre neueste Kreation zu Gehör.


Hinterlasse eine Antwort

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *

*

Du kannst folgende HTML-Tags benutzen: <a href="" title=""> <abbr title=""> <acronym title=""> <b> <blockquote cite=""> <cite> <code> <del datetime=""> <em> <i> <q cite=""> <strike> <strong>